Existenzgründung – Selbstverwirklichung im Beruf
Wer seinen Beruf liebt und lebt, und etwas selbst auf die Beine stellen möchte, der hat sicher schon über eine Existenzgründung nachgedacht. Ein Schritt, der wohl überlegt, gut geplant und durchkalkuliert sein möchte. Gerade wenn dafür eine Festanstellung und finanzielle Sicherheit aufgegeben wird und eine Familie versorgt werden möchte. Und nicht jeder, der gut in seinem Beruf ist, ist gleichzeitig auch geeignet für eine Selbständigkeit. Ein guter Schreiner muss sich nicht nur gut mit dem Material auskennen, sondern auch im Vertrieb und in der Buchhaltung seinen Mann stehen, die Finanzen seines Geschäftes im Blick behalten. So ist es bei einer geplanten Existenzgründung wichtig bereits im Vorfeld herauszufinden, wo seine Stärken und Schwächen liegen und ob man nebst den – selbstverständlich hervorragenden – Kenntnissen in seinem Beruf auch mit den anderweitigen Aufgaben eines Unternehmers klar kommt und auch das nötige Durchhaltevermögen aufweisen kann.


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Der erste Schritt ist die Erstellung eines Business – Plans. Und dies sollte unabhängig davon geschehen, ob man einen Kredit für die Existenzgründung benötigt oder auch die finanzielle Unterstützung durch die Arbeitsagentur in Anspruch nehmen möchte. Ein Business Plan ist zwar in erster Linie dazu da, Dritten aufzuzeigen was man plant und dass man es gründlich geplant hat. Ein Nebeneffekt ist aber auch, dass man sich automatisch mit Aspekten der Existenzgründung beschäftigen muss, die man sonst vielleicht nicht bedacht hätte. Kern eines Businessplans ist die 3- oder 5-Jahres-Planung. Hier sind nicht nur die angestrebten und benötigten Umsätze aufgeführt, sondern auch die Investitionen und laufenden Betriebskosten. So muss man sich automatisch Gedanken machen über die realistische Rentabilität und Finanzierbarkeit des geplanten Unterfangens. Dazu gehören beispielsweise Posten wie Gewerbesteuer, Lohnnebenkosten oder Kammerbeiträge – Punkte, mit denen sich kein Arbeitnehmer beschäftigen muss.

Die ersten Jahre nach einer Existenzgründung sind die härtesten. Die meisten Gründer die scheitern, tun dies im verflixten 3. Jahr. Insbesondere, weil sie ihren Finanzhaushalt falsch eingeschätzt haben. Warum das dritte Jahr? Wenn die Existenzgründung im Jahr 2009 stattgefunden hat, wird die Steuererklärung für dieses Jahr in der Regel im Dezember 2010 abgegeben. Anfang 2011 fordert das Finanzamt dann nicht nur die berechnete Einkommenssteuer für 2009, sondern auch die kalkulierte für 2010 und außerdem (meist quartalsweise) Vorauszahlungen für 2011. Ähnliches gilt für die Krankenkassenbeiträge, und den Solidaritätszuschlag. Wer als Selbständiger / Freiberufler nicht darauf achtet, ausreichend Geldmittel für diese Situation zurück zu legen und nur kleinere Brötchen backt, der steht vor der existentiellen Frage, ob er sein Geschäft aufrecht erhalten kann. Doch wer seinen Beruf liebt und mit seinen Qualifikationen und Fähigkeiten ein eigenes Geschäft aufziehen möchte, und dabei vor allem auch sein eigener Chef sein und seine eigenen Ideen umsetzen will, für den kann eine Existenzgründung die Verwirklichung eines Traumes sein. Und ein gewisses Maß an Risiko muss man einfach einkalkulieren, wenn man ein Unternehmen von null an aufbauen möchte. Wichtig ist nur, dass nicht nur man selbst das nötige Durchhaltevermögen mitbringt, auch auf Durststrecken weiter zu kämpfen, sondern dass man auch die Unterstützung seiner Familie bei dieser Entscheidung hinter sich weiß.