Die Berufswahl – Ausbildung,Studium, Handwerk, Wirtschaft?
Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen, bringt Talente mit oder auch Unfähigkeiten. Der eine ist handwerklich begabt, der nächste kann gut mit Menschen umgehen, und der Dritte mit Zahlen. Jugendliche beschäftigen sich zumeist im Alter von 14-15 Jahren erstmals ernsthaft mit der Wahl des künftigen Berufes. Was sich oftmals nicht einfach gestaltet, denn in dieser Lebensphase sind viele Jugendliche ohnehin versucht, sich neu zu finden und unterliegen einschneidenden Veränderungen in ihrer körperlichen und auch geistigen Entwicklung. Schwierig, sich in dieser Phase auf seine Stärken, Interessen und Fähigkeiten zu besinnen, aber auch auf seine Schwächen und Unzulänglichkeiten. Es ist auch die Zeit des Träumens, was manchmal zu abstrakten und unrealistischen Vorstellungen des Wunschberufs führen kann. Die Realität holt viele ein, insbesondere wenn die schulischen Leistungen für den gewünschten Beruf nicht ausreichend sind oder die Anzahl der am Markt verfügbaren Ausbildungsstellen / Studienplätzen eher übersichtlich ist. So gilt es, alternative Berufe ausfindig zu machen.

Die betriebliche Ausbildung
In Deutschland gibt es ein gut strukturiertes System bei der betrieblichen Ausbildung. Die Voraussetzung hierfür ist eine Mittlere Reife oder auch ein Hauptschulabschuss, und die Ausbildung findet im Unternehmen wie auch in der Berufsschule statt. Ob Maurer, Bürokaufmann oder Mechatroniker, jeder Beruf hat ein strukturiertes System. Bei einigen Berufen ist der Azubi einige Tage im Betrieb und ein paar weitere in der Schule. Bei anderen Berufen schließt sich einer längeren Zeit im Betrieb eine Schulphase (Blockunterricht) an. Die meisten betrieblichen Ausbildungen haben eine Dauer von 3 Jahren, die unter bestimmten Eingangsvoraussetzungen jedoch auch verkürzt werden können. Während dieser Zeit verdient der Auszubildende relativ geringes Geld, was die Ausbildung des Nachwuchses durch Unternehmen fördern soll. Dennoch kostet eine qualitativ hochwertige Ausbildung das Unternehmen Geld, und insbesondere auch Ressourcen – und das Ziel der Unternehmen ist es generell, den ausgebildeten Nachwuchs auch weiter im Betrieb zu beschäftigen.


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Das Studium
Für viele Berufe, die später auch gut bezahlt werden und die Karrierechancen offenbaren, ist ein Studium die Voraussetzung. Je nach angestrebtes Ziel kann dieses an einer Universität, aber auch an einer Fachhochschule absolviert werden. Während das Studium der Medizin ausschließlich an einer Universität möglich ist, findet das der Pädagogik vornehmlich an einer Fachhochschule statt. Die Fachhochschulen etablieren sich jedoch immer mehr, gerade in Berufen der Wirtschaft. Denn sie sind praktischer angelegt als die Universitäten, was eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen ermöglicht, die gerne Nachwuchs aus den Absolventen einer FH akquirieren. Die Steigerung und eine beliebte Alternative bei Studierenden wie auch Unternehmen das Studium an einer Berufsakademie. Hier halten sich Lernzeit an der Akademie und Praxis im Unternehmen die Waage, eine Phase dauert in der Regel 3 Monate. Hier haben die Studenten die Möglichkeit, nicht nur theoretisches Wissen sich anzueignen, sondern dieses auch direkt in der Praxis anzuwenden – und dabei auch noch ein Gehalt von dem Unternehmen zu bekommen. So sind die Studienplätze für ein BA-Studium sehr begehrt.

Erst probieren, dann studieren
Ist man sich unsicher, ob der angestrebte Beruf die richtige Wahl ist, so empfiehlt es sich, ein Praktikum zu absolvieren. Nicht selten erkennt man bereits nach wenigen Tagen / Wochen, ob man tatsächlich für den Beruf geeignet ist und ob man sich vorstellen kann, diesem über mehrere Jahre hinweg nachzugehen. Um solch ein Praktikum in einem Unternehmen zu bekommen, bedarf es in erster Linie Eigeninitiative. Auf die Unternehmen zugehen und fragen, ob man für ein paar Wochen (unentgeltlich) mitarbeiten darf. So ein Praktikum hat mehrere Vorteile. So zeigt man damit auch potentiellen Arbeitgebern, dass man sich intensiver mit dem Beruf beschäftigt hat.