Altersvorsorge und Rente – für die Zeit nach dem Berufsleben
Die Zeit der Erwerbstätigkeit dient nicht nur dem laufenden Lebensunterhalt, sondern auch der Absicherung des Lebensstandards im Alter. Während die heutigen Rentner noch von ihrer staatlichen Rente gut leben können, sieht das für die kommenden Generationen der Pensionäre noch anders aus. Umso jünger der Berufstätige ist, desto mehr ist er sich bewusst, dass er / sie selbst aktiv werden muss, um den wohl verdienten Ruhestand auch genießen zu können – und ihn nicht an der Armutsgrenze oder zumindest mit starken Einbußen verbringen muss. Denn das Rentensystem in Deutschland steht auf wackligen Beinen, und der Begriff „Rentenversicherung“ hat an Glaubwürdigkeit und Seriosität eingebüßt. Das Wesen einer Versicherung ist für viele Beitragspflichtige nicht mehr gegeben. Denn dass trotz jahrelanger Einzahlung der spätere Lebensstandard durch die staatliche Rentenversicherung finanziert werden kann, ist sehr fraglich. Vielmehr werden mit den Beiträgen die laufenden Rentenzahlungen an die derzeitigen Rentner bezahlt – und möchte man die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu einer privaten Altersvorsorge direkt miteinander vergleichen, so kann man es auch gleich lassen. So wird die gesetzliche Rentenversicherung von Arbeitnehmern vermehrt als eine Mogelpackung wahrgenommen. Die staatlich geförderte private Rentenversicherung (Riester, Rürup) steht in Sachen Rentabilität schon besser da. Doch eigentlich ist sie nur Teil der Mogelpackung – die Politiker fordern die arbeitende Bevölkerung dazu auf, sich zusätzlich privat für das Alter abzusichern. Und kündigt gleichzeitig an, dass die gesetzliche Versicherung gekürzt werden wird.

Jeder angestellte Arbeitnehmer ist automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Die Hälfte der monatlichen Beiträge zahlt er selbst, die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber. Je nach Alter kann er Anfang oder Ende sechzig offiziell in Rente gehen. Das faktische Rentenalter jedoch ist meist geringer: Berufsunfähigkeit, Altersteilzeit oder eine ausreichende Altersvorsorge, aber auch Arbeitslosigkeit kann Grund für ein früheres Ausscheiden aus dem Berufsleben sein. Im Idealfall ist es natürlich das rechtzeitige und ausreichende Vorsorgen für das Alter. Hier hat man mehrere Möglichkeiten, die natürlich vom Beruf und dem Einkommen des Jeweiligen abhängig sind. Die beliebteste Form der Altersvorsorge der Deutschen ist und bleibt das Eigenheim. Es gibt Sicherheit, auch im Alter. Daneben wird in konservative Geldanlagen investiert, zunehmend auch in die staatlich geförderte Riesterrente, nach wie vor jedoch auch in staatliche Papiere. Rentenfonds / Sparfonds sind ebenfalls eine beliebte Möglichkeit, sein Geld langfristig und relativ sicher anzulegen, im Gegenzug verhältnismäßig geringe Renditen für seine Geldanlage zu bekommen. Auch das Anlegen in relativ wertbeständige Güter wie Gold – auch an der Börse – sind beliebt.

Wer seinen Beruf nicht als Arbeitnehmer, sondern als Selbständigkeit ausübt, der ist in Sachen Altersvorsorge ganz auf sich gestellt. Er muss keine Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, und hat somit jedoch auch im Alter keine Ansprüche auf die staatliche Rente. Für Selbständige hat der Staat analog zur Riester-Rente die Rürup-Rente eingeführt, die ebenfalls eine sichere Geldanlage darstellt, und deren eingezahlten Beiträge ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden können. Hier bieten die Versicherer in der Regel zwei Varianten an, eine konservative sowie eine renditeorientierte. Die Grundsicherung für das Alter sollte man jedoch in Form einer konservativen Geldanlage – ob Rürup oder eine andere Geldanlage – tätigen. Denn wer sich hier spekuliert, der hat im Alter viel zu verlieren. Gegebenenfalls steht sogar das hart erarbeitete Eigenheim auf dem Spiel. Auch sollte man sich – nicht nur als Selbständiger – für Situationen absichern, die vor der Rente eintreten können. Wenn Unfall oder Krankheit eine Berufsunfähigkeit hervorrufen, so kann das gerade für den Unternehmer oder Freiberufler schnell zum finanziellen Desaster werden, und das angesparte Kapital für die spätere Rente kann ebenso in Gefahr sein wie das Geschäft selbst.